audit familiengerechte hochschule

Vertreterinnen und Vertreter aller Gruppen und Organisationseinheiten der FH Aachen mit den unterschiedlichsten familiären Hintergründen erarbeiteten in den Monaten Oktober 2008 bis Februar 2009 in einem Strategie- und einem Auditierungsworkshop gemeinsam Ziele und Maßnahmen, die zu einer familienfreundlichen Hochschulkultur führen sollen. Die Zielvereinbarungen bilden diese Ergebnisse in neun Handlungsfeldern ab. Einige Maßnahmen gibt es bereits heute an der FH Aachen, andere möchte die Hochschule in den kommenden drei Jahren Schritt für Schritt umsetzen. 

 

Handlungsfelder:

  • Handlungsfelder „Arbeitszeit und Arbeitsort“: Ergänzend zur Gleitzeit in der Verwaltung und zu den hochschulweit praktizierten Modellen der Teilzeitarbeit denkt die FH über weitere Möglichkeiten nach, die Arbeitszeit flexibler zu gestalten. Darüber hinaus prüft sie, ob sich das Konzept der Telearbeit realisieren lässt.
  • Handlungsfeld „Service für Familien“: Bei der Kinderbetreuung kooperiert die FH zukünftig mit dem Studentenwerk – für mehr Betreuungsplätze und -zeiten bei Stumiki und Kinderkiste. Noch in diesem Jahr entstehen zehn ganztägige Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren am Campus Jülich und 30 Plätze für Kinder von null bis sechs Jahren in neuen Räumlichkeiten in der Bayernallee. Unterstützung erhält die FH dabei von der Stadt Aachen und dem Kreis Düren, die diese Kinderbetreuungsplätze gemäß dem neuen Kinderbildungsgesetz (Kibiz) fördern.
  • Handlungsfeld „Studium und weitere wissenschaftliche Qualifikation“: Neben Kinderbetreuungsplätzen benötigen Studierende mit Familie eine möglichst flexible Studienorganisation. Die FH prüft, wie sie dies trotz der engmaschigen Lehrpläne im Bachelor- und Mastersystem umsetzen kann. 
  • Handlungsfeld „Führungskompetenz“: Vor allem die Führungskräfte an der Hochschule sollen sich dafür einsetzen, familiengerechte Maßnahmen durchzuführen. Hierzu gehört auch, Termine und Besprechungen frühzeitig und verläßlich festzulegen, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine bessere Planung zu ermöglichen
  • Handlungsfeld „Informations- und Kommunikationspolitik": Die bereits existierenden und die neu hinzugekommenen Maßnahmen und Angebote, aber auch alle weiteren relevanten Informationen sollen für Mitarbeiter und Studierende auf einer speziellen Plattform im Internet sichtbar werden. Unter www.fh-aachen.de wird es eine zentrale Seite zur „familiengerechten hochschule“ geben.


Definition von Familie:

 

Den Begriff „Familie“ hat die FH im Strategieworkshop bewusst weit definiert: „Familie bezieht sich auf Eltern, Großeltern, Kinder, Enkel und Lebensgemeinschaften aller Art, die eine verbindliche, langfristige soziale Verantwortung füreinander übernehmen. Familie ist dabei nicht auf die häusliche Gemeinschaft beschränkt, sondern an der Notwendigkeit der gegenseitigen Fürsorge orientiert.“ Neben den Eltern mit Kindern unterstützt das Maßnahmenpaket also zum Beispiel auch Frauen und Männer mit pflegebedürftigen Angehörigen.

 

Um sich in der Öffentlichkeit als familienfreundlich sichtbar zu machen, darf die FH künftig das Zertifikat in Form eines Logos auf ihren Publikationen und Stellenausschreibungen verwenden. So stärkt die Hochschule ihre Position in der Konkurrenz um die „besten Köpfe“ bei Lehrenden, Beschäftigten und Studierenden – vor allem bei den Frauen. Denn: „Beruf und Familie zu vereinbaren, dieses Thema geht nicht nur Frauen an, doch es betrifft nach wie vor größtenteils sie“, erklärt Andrea Stühn. Als Gleichstellungsbeauftragte initiierte sie die Auditierung.

Neben der Katholischen Hochschule, dem Studentenwerk und der Stadt Aachen ist die FH die vierte zertifizierte Partnerin im „Aachener Bündnis für Familie“, das Aachen zu einer familienfreundlichen Wissenschaftsstadt machen möchte. „Mit der Auditierung wollen wir eine familienbewusste Hochschulkultur schaffen“, betont Rektor Prof. Dr. Manfred Schulte-Zurhausen. „Flexible Arbeitszeiten sind dabei ein enorm wichtiger Aspekt für die Angehörigen der FH. Und der Ausbau der Kinderbetreuung soll es den Studierenden mit Kind noch leichter machen, ihr Studium zu verfolgen.“

Am 17. Juni 2009 nahm der Rektor das Zertifikat „familiengerechte hochschule“ aus den Händen der Schirmherrin und Bundesbildungsministerin Ursula von der Leyen in Berlin entgegen.

 

 

Zertifikat